„Bei uns gibt es keine Zettel“
„Ich mache die Buchhaltung und alles, was so anfällt“, sagt Anne Pertl, die für alle Firmen im Haus aktiv ist: COMPRA und nGroup. Telefondienst, Rechnungen schreiben, Kontakte vermitteln – „ich versuche, den anderen Leuten hier die Arbeit ein bisschen zu erleichtern“, beschreibt sie ihren Job.
Das bezieht sich nicht nur auf die Kollegen: Ein Kunde der COMPRA habe in zwei Zeitungen Anzeigen schalten wollen. Da Compra bei den Zeitungen Rabatt bekommt, übernahm sie es, die Anzeigen in Auftrag zu geben. „Das heißt, wir bekommen die Rechnung.“ Für den Kunden musste nun in gleicher Höhe eine neue Rechnung ausgestellt werden. Pertl: „Das ist schon ein bisschen Aufwand, gehört aber zum Service. Inzwischen hat es sich eingespielt und läuft regelmäßig.“
Am 5. September 1962 in Berlin geboren, hat Anne Pertl den größten Teil ihres Lebens im westfälischen Hagen verbracht: „Kindheit, Jugend, Abitur, Hochzeit, zwei Kinder – alles in Hagen“, fasst sie zusammen. Eine Ausbildung als Bürokauffrau hat sie durchlaufen, zehn Jahre lang in dem Metier gearbeitet – drei bei Aral, sieben in einer Elektrotechnik-Firma. Im Jahr 2000 schließlich bekam ihr Mann eine Stelle in Hildesheim, die gesamte Familie zog um.
Ein fester Job war in der neuen Stadt zunächst nicht in Sicht, aber sie half bei einer Freundin aus, die Privatbuchhaltung machte – und dabei mit Apertum arbeitete, der von COMPRA vertriebenen Software. Über die Freundin erfuhr Anne Pertl auch, dass die COMPRA eine Kraft für die Buchhaltung suchte. „Und dann ging es ganz schnell“, erzählt sie. Seit Januar 2003 ist sie dabei.
Wie das war, in einem Computer-Unternehmen einzusteigen? „Anfangs sehr schwierig“, sagt Anne Pertl. „Aber man rutscht da über die Zeit so rein. Das ist Übungssache. Irgendwann kennt man ja auch die Kunden und weiß schon, wer für sie zuständig ist.“ Von ihrem Einstellungsgespräch ist besonders ein Satz des Chefs in der Erinnerung haften geblieben: „Bei uns gibt es keine Zettel, nur eMails. Wenn ich einen Zettel auf meinem Schreibtisch finde, schmeiße ich den sofort in den Papierkorb.“ Daran habe sie sich erst gewöhnen müssen. „Aber die ganze Arbeitsatmosphäre hier macht es einem leicht, da hinein zu wachsen.“
Bis auf donnerstags ist Anne Pertl nur am Vormittag im Büro zu erreichen, nachmittags ist sie zuhause, um sich um die Kinder zu kümmern. Ihre Freizeitaktivitäten sind Kino, „ganz viel lesen“, ausgehen, Musik – „quer durch die Bank: Klassik, Rock, Pop, neue Sachen, aber nicht gerade so’n Hammertechno.“ Auch den Computer nutzt sie daheim, um Fotos zu bearbeiten, Geburtstagskarten oder Gutscheine zu gestalten. „Aber ganz private Briefe schreibe ich immer noch mit der Hand.“
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