„Es geht nicht nur um die Technik“
Die meiste Zeit seines Lebens hat Arkadius Thoma in Deutschland verbracht, doch im Augenblick hat er oft in seiner polnischen Heimat zu tun. Er betreut dort im Auftrag von Compra einen Drogerie-Discounter, der seine Warenwirtschaftssoftware auf den neuesten Stand bringen will und deshalb mit eEvolution aufrüstet.
Bei dem Projekt geht es um nichts weniger als eine Komplettlösung für den Filialhandel in Polen. Also nicht nur um die Verwaltung des Warenbestands, sondern zugleich um Fragen wie die Anbindung an Kassen und Lagerführungssysteme. Arkadius Thoma koordiniert das Großprojekt und entwickelt zum Teil auch selbst die Software. Der Prototyp ist fertig, jetzt geht es darum, ihn mit den Wünschen des Kunden abzugleichen.
„Das ist spannend“, sagt Thoma. „denn es geht nicht nur um die Technik, sondern auch darum, die Mitarbeiter für die neue Software zu begeistern, damit sie auch mal mehr tun als das Notwendige.“ Die Einführung einer neuen Software löse oft Angst vor Rationalisierungen und Kündigungen aus, aber diese Sorge sei in der Regel unbegründet, meint Thoma. Die Updates würden vorgenommen, um das Programm zu optimieren – nicht um Personal einzusparen.
Die Projektleitung ist ein aufwendiges Geschäft. „Es bleibt nicht allzu viel Freizeit“, berichtet Arkadius Thoma. „Die verbringe ich mit meiner Familie. Nach der Arbeit mit meiner Tochter spielen, später am Abend vielleicht noch ein bisschen am Computer, Diablo 2.“ Grinsend fügt er hinzu: „Aber nicht zu oft, sonst kriege ich Ärger mit meiner Frau.“
Dass sie ihn recht selten zu sehen bekommt, liegt allerdings nicht nur am Job. Arkadius Thoma studiert berufsbegleitend Wirtschaftsinformatik an der Fachschule für Ökonomie
und Management, jeden Samstag fährt er zu Seminaren nach Siegen. Insbesondere interessiere ihn die betriebswirtschaftliche und juristische Seite des Berufs: „Man braucht dieses Fachwissen, um wirklich zu verstehen, was die Menschen von einem wollen.“
Den ersten Uni-Anlauf hat der am 3. September 1970 in Biskupiec (Masuren) geborene Thoma nach dem Vordiplom beendet. In einem Internat bei Düsseldorf hatte er das Abitur gemacht, war anschließend zur Bundeswehr gegangen und hatte dann in Duisburg ein Mathe-Studium begonnen. Parallel erstellte er damals schon bei Bayer Leverkusen Programme zur Kostenoptimierung und Abbildung mehrstufiger Produktionsprozesse.
Doch dann zog er, statt weiter Mathe zu büffeln, zu seiner Frau nach Solingen. Dort bekam er einen Job als Anwendungsentwickler und arbeitete unter anderem mit dem Warenwirtschaftssystem Apertum. Zuletzt war er Abteilungsleiter, bevor er zu Compra wechselte. Weitere Qualifikationen sind die Zertifikate Microsoft Certified Database Administrator, Microsoft Certified Solution Developer und Microsoft Businesss Solution Consultant in Navision Programming.
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