„Bis der Kunde zufrieden ist“
Er sei am 2. Dezember 1973 in Passau zur Welt gekommen, sagt Chris Schild, und schickt gleich die Bemerkung hinterher: „Ich bin aber österreichischer Staatsbürger.“ Der Hinweis wäre gar nicht nötig gewesen, das hört man auch so.
Aufgewachsen ist Chris Schild in dem kleinen Ort Esternberg an der Donau, direkt an der deutschen Grenze. Nach einer Laufbahn als Internet-Fachmann sah es zunächst nicht aus. Schild besuchte die Hauptschule, schloss sie mit dem so genannten polytechnischen Lehrgang im neunten Schuljahr ab und begann danach eine dreijährige Lehre in Schärding – als Koch. Nach der Ausbildung hat er ein Jahr in Mondsee und eine Saison am Wörthersee gearbeitet, anschließend bis 1998 als Koch in Passau.
Da hatte er allerdings bereits eine zweite Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann begonnen: „Ich habe das parallel gemacht: Am Wochenende gekocht, in der Woche zur Schule.“ Nach drei Jahren legte er vor der Industrie- und Handelskammer die Prüfung ab. Er war einer der letzten seines Genres, inzwischen gibt es den „Datenverarbeitungskaufmann“ als offizielles Berufsfeld gar nicht mehr.
Im selben Jahr, 1999, lernte Chris Schild auch seine spätere Frau kennen. Die lebte in Hildesheim, und so machte er sich auf die Praktikumssuche im Norden. Bei der W.W.W. Internet wurde er fündig: „Und da bin ich hängen geblieben.“
Chris Schild trägt in der Firma den Spitznamen „das Genie“ und ist für den eCommerce zuständig. Seine Spezialität ist das Programmieren von Webshops. W.W.W. Internet bietet ein Sortiment an Standard-Shops (E-Pages und Your Virtual Store) in unterschiedlichen Programmiersprachen. Chris Schilds Aufgabe ist es, diese Standards an die Kundenbedürfnisse anzupassen. Die seien so unterschiedlich wie die Produkte, die über das Internet vertrieben werden, erzählt Chris Schild. Er habe unter anderem schon Shops für Motorsport-, Chemie- oder Kosmetikunternehmen programmiert. Auch ein Hersteller von Baggerketten befindet sich unter seinen Kunden.
Bei international tätigen Firmen sind die Anforderungen besonders hoch, da ein Shop nicht nur mehrsprachig angelegt wird, sondern auch je nach Land unterschiedliche gesetzliche Regelungen (etwa zur Mehrwertsteuer) integrieren muss. Specials wie Kreditkarten-Anbindungen oder Links zu Fanclubs kommen hinzu. „Es wird so lange daran gearbeitet, bis der Kunde zufrieden ist“, erklärt Chris Schild.
Beruflich hat der Österreicher mit der neuesten Internet-Technik zu tun, privat hingegen zieht es ihn weit in die Vergangenheit. Mit seiner Frau teilt er eine große Faszination für das Mittelalter. Die beiden lesen nicht nur viel darüber oder besuchen Museen, sondern nehmen auch an Mittelaltermärkten teil. Das sind ideale Gelegenheiten, in Kostüme zu schlüpfen und sich ganz in das damalige Leben einzufühlen.
Sein zweites Hobby dagegen ist schon wieder sehr gegenwartsnah. Chris Schild ist Musikfan, liebt Rock und Metal, hört nach wie vor Vinylplatten (rund 3000 Stück stehen in seinen Regalen), geht oft auf Konzerte und sammelt auch Musikclips. Wie er all das zeitlich hinkriegt, behält er leider für sich.
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