COMPRA GmbH

Frank Wuttke

„Querverbindungen auf einer anderen Ebene“

Frank Wuttke hat weder Informatik studiert noch irgendein ein anderes EDV-relevantes Fach. Er ist der typische Quereinsteiger. Trotzdem ist der Geschäftsführer von nGroup GmbH & Co. KG, COMPRA GmbH und Computer Praxis Frank Wuttke die letzte Instanz, wenn es technische Probleme gibt. Wie kommt das? „Ich versuche, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben“, sagt Frank Wuttke. Aber das sei nicht der entscheidende Punkt. Sondern: „Ich hatte immer schon eine Affinität zu analytischem Denken. Ich glaube, das ist meine eigentliche Stärke.“

Nach außen wirke es manchmal so, als folge er einer Eingebung. Doch das Gegenteil sei der Fall, sagt Wuttke. Vielmehr sei es sein Abstraktionsvermögen, das zu „Querverbindungen auf einer anderen Ebene“ führe. Außerdem mache es ihm Spaß, bekannte Wege zu verlassen und andere auszuprobieren.

Das sei eigentlich immer so gewesen, fügt er hinzu. Am 18. April 1960 in Hildesheim geboren, sei er schon im Alter von elf Jahren regelmäßig nach der Schule zu einem Elektroladen gegangen, um CB-Funkgeräte und alles mögliche andere zu reparieren. Nach Abitur arbeitete er noch einmal drei Jahre in dem Geschäft, ohne je eine offizielle Ausbildung durchlaufen zu haben. Ein Röhrenradio steht auf einem Regal in Frank Wuttkes Büro, eine kleine Reminiszenz an die Anfänge.

Zeitgleich zu seinem Job im Elektronikladen begann er 1980 noch zwei weitere. Als DJ legte er in einer Hildesheimer Discothek Platten auf, und er wurde Toningenieur im Studio M. Die Musiktechnologie entwickelte sich während der 80er Jahre in rasantem Tempo – Frank Wuttke war stets auf der Höhe der Zeit und raste zwischen den Aufnahmen auch schon mal los, um ein spezielles Gerät zu besorgen, mit dem er seine Soundvorstellungen verwirklichen konnte.

Ende der achtziger Jahre jedoch hatte er sich aufgrund der Erfahrungen aus dem Musikgeschäft zurück gezogen. Er sei es leid gewesen, dass sich stets fremde Produzenten mit seinen Federn schmückten. „Ich wollte nicht mehr in der zweiten Reihe sitzen, sondern endlich zu 100 Prozent machen, was ich will.“ Er folgte dem Rat eines Freundes, mit der Studioarbeit aufzuhören: „Das war sowohl persönlich als auch wirtschaftlich die richtige Entscheidung.“

Den Einstieg in die Computerwelt hatte er schon vorher gefunden, bereits 1988 hatte ihn ein Hersteller von CAD-Software gefragt, ob er bei der Softwarebetreuung helfen könnte. Ein Jahr später machte er Nägel mit Köpfen und gründete die Computer Praxis als Ein-Mann-Betrieb. „Ich habe Computer an Freunde verkauft und ihnen geholfen, sie einzurichten.“

Mit der Zeit wurde die Arbeit mehr. 1992/93 stellte er die ersten zusätzlichen Mitarbeiter ein. VW und Rossmann traten als große Kunden auf den Plan: „Das waren nicht nur Aufträge zum Abarbeiten, sondern Herausforderungen, an denen wir gewachsen sind“, meint er rückblickend.

Der nächste große Schritt war die Entscheidung, die Software in den Mittelpunkt zu rücken. Zeitgleich, 1996 zog das Unternehmen in die Büroräume an der Bavenstedter Straße 50 „und wurde eine richtige Firma“. 1997 wurde auf Wuttkes Initiative die W.W.W. Internet GmbH aus der Taufe gehoben. „Und dann ging’s holterdipolter.“ Der erste Apertum-Großauftrag über 350000 Euro, die Auszeichnung zum „Solution Developer Of The Year“ von Microsoft Great Plains in Paris, die Gründung der nGroup in 2004, der Erwerb der OEM-Lizenz für Apertum von Microsoft und dessen Weiterentwicklung zu eEvolution, dessen mittlerweile bereits siebte Version gerade auf den Markt gekommen ist.

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