„Wie Puzzle spielen“
Henning Longwitz hält nicht viel von Computerspielen. Keine Online-Games in der Freizeit? „Gott bewahre, das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das unterscheidet mich wohl auch von den meisten meiner Kommilitonen.“ In Braunschweig studiert er Informatik und Sprachwissenschaft, zugleich ist er als freier Mitarbeiter bei der Computer Praxis und nGroup im Einsatz.
„Ich habe nicht diese gegenstandslose Computerliebe, die äußerst Mathematik-schwanger ist“, sagt Longwitz. „Für mich ist der Computer in erster Linie ein Werkzeug, um Probleme zu lösen.“ Allerdings nicht immer die gleichen Probleme von neuem. Der nächste Schritt sei, das Werkzeug so an seine Bedürfnisse anzupassen, dass die Schwierigkeiten möglichst gar nicht mehr auftauchen.
Passend zu dieser Haltung arbeitet Henning Longwitz viel in der Grundlagenforschung. Vor allem ist er an der .Net-Entwicklung beteiligt (sprich DotNet), einer neuen EDV-Philosophie, die nach Ansicht von Firmenchef Frank Wuttke für die nächsten Jahre richtungsweisend sein wird. .Net soll nicht zuletzt die äußerst vielschichtige und damit auch unübersichtliche Welt der Programmiersprachen vereinfachen.
Longwitz’ zweites Aufgabengebiet ist die Server-Administration: Da muss beispielsweise ein Kunde den Server ersetzen, weil die Hardware defekt oder zu alt ist. Henning Longwitz konfiguriert das neue System vor Ort und integriert es in die vorhandene EDV-Umgebung. „Der Hauptanspruch ist, dass man den Kunden so wenig wie möglich spüren lässt, dass überhaupt etwas passiert ist“, lautet seine Devise. Beim Austausch eines E-Mail-Servers etwa sollen keine Ausfallzeiten entstehen, und es dürfen in der Übergangszeit keine Mails verloren gehen. Bei größeren Einsätzen sei deshalb Nacht- oder Wochenendarbeit angesagt: „Im laufenden Betrieb ist das fast unmöglich.“
Wie so viele Mitarbeiter ist auch Henning Longwitz über ein Praktikum zum Team gestoßen. Nach dem Abitur in Salzgitter, wo er auch am 27. August 1981 geboren ist, und dem anschließenden Wehrdienst habe er ein Praktikum gesucht, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Bei Compra wurde er fündig, aus den ursprünglich geplanten sechs Wochen sind mehrere Jahre geworden.
„Wenn es ein Problem zu lösen gibt, habe ich meinen Spaß daran“, sagt Henning Longwitz. Die Arbeit am Computer ist für ihn ein bisschen „wie Puzzle spielen“: „Wenn ein Puzzle erstmal zusammengesetzt ist, wird es langweilig.“ In der Freizeit sitzt der Braunschweiger allerdings weder am Computer noch vor 1000 kleinen Teilchen. Sondern er spielt Klavier und Gitarre, allein und als Mitglied eines Jazzprojekts. Außerdem ist er aktiver Pfadfinder, betreut eine Kindergruppe. Dann zeigt er dem Nachwuchs, welche Werkzeuge die Natur bereit hält, um ein Problem zu lösen.
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