COMPRA GmbH

Jörg van Heyst

„Etwas für die Birne“

Um 6.45 Uhr klingelt das Telefon. Jörg van Heyst ist in der Leitung. So zeitig auf den Beinen? „Ich bin notorischer Frühaufsteher“, sagt van Heyst. „Fünf, sechs Uhr, das ist so meine Zeit. Dann habe ich um neun Uhr schon das Meiste geschafft.“ Schon als Student hat er damit angefangen: „Ich brauche auch keinen Wecker, ich habe eine innere Uhr.“

Die kann man freilich gut gebrauchen bei einem Leben, wie es der Vertriebsexperte und Unternehmensberater aus Darmstadt führt. „Bei mir ist es extrem turbulent gewesen“, erzählt er. 1965 am Tag vor Heiligabend in Celle geboren, zog Jörg van Heyst schon bis zum Abitur elf Mal um, besuchte sieben Schulen in sieben verschiedenen Bundesländern.

Das Raster des schnellen Wechsels hat sich auf sein Berufsleben übertragen. Nach einem halben Biologie-Studium („das war’s nicht“) an der Uni Würzburg stieg er auf BWL um, wo er gleich im ersten Semester Programmierungskurse belegte und die Praxis-Anleitung später selbst übernahm. Nach dem Studienende 1994 fand er eine kleine Firma, die gerade ein Warenwirtschaftssystem aufbaute – hier konnte er als Allrounder seine Wirtschafts- und Computerkenntnisse gleichermaßen einsetzen.

Der nächste Schritt war ein großer Software-Konzern in den Niederlanden. Jörg van Heyst zog zunächst nach Delft, dann nach Frankfurt, um vom Home Office aus die deutsche Niederlassung in Düsseldorf zu betreuen. Noch mehr Bewegung kam in die Sache, als er für den Konzern Europa-Consultant wurde. „Troubleshooting“, kommentiert er knapp. Als Feuerwehrmann jettete er kreuz und quer durch Europa. Auf die Dauer war das zu anstrengend, so dass er anderthalb Jahre später nach Zürich wechselte, um – verantwortlich für Consulting und Service – die Schweizer Niederlassung des Unternehmens mit aufzubauen.

Erst der Wechsel zu Interface nach Darmstadt brachte etwas mehr Ruhe – räumlich gesehen. Jörg van Heyst war zunächst Senior Consultant, dann Teilhaber und schließlich Geschäftsführer, bis er 2004 ausstieg, um sich selbstständig zu machen. Als Unternehmensberater, der mittelständische Firmen bei der Auswahl neuer Software unterstützt und als Vertriebsmann für Compra: Kontaktaufnahme, Bedarfsklärung, Präsentationen und Workshops, Angebotsformulierung, Verhandlungen und Vertragsabschlüsse sind sein Metier, „danach gebe ich ans Consulting ab“.

Ein Grund für die Selbstständigkeit und damit eine freiere Zeiteinteilung war die neue Nebenbeschäftigung, die er parallel zur Arbeit bei Interface begonnen hatte: In Würzburg, Boston und Fort Myers, Florida, ging er noch einmal zur Uni und machte im Oktober 2005 seinen Master of Business. „Ich hatte einfach Lust, mal wieder etwas für die Birne zu tun. Außerdem wollte ich ein paar amerikanische Universitäten kennen lernen.“

Freizeit gab’s natürlich kaum. „In den letzten zwei Jahren ist viel auf der Strecke geblieben“, sagt Jörg van Heyst. Unter anderem seine Leidenschaft für lange Reisen durch Afrika, Asien oder Südamerika. Auf der anderen Seite sei die Beschäftigung mit Software, wirtschaftlichen Zusammenhängen und Börsen-Prozessen für ihn Beruf und Hobby zugleich. „Ich finde das faszinierend.“

Faszinierend ist auch, wie viel Wahrheit in Sprichwörtern steckt. Zum Beispiel in diesem: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

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