„Kleine Progrämmchen“
„Ich hatte schon gleich nach der Ausbildung das Gefühl: Da ist noch viel, was du wissen möchtest.“ Es dauerte aber noch drei Jahre, bis der Fachinformatiker Sven Johann tatsächlich bei seiner Firma die Segel strich und sich an der Wuppertaler Universität für den Studiengang Informationstechnologie einschrieb. Im Moment macht er beides auf einmal: Morgens und am frühen Nachmittag besucht er die Vorlesungen an der Uni, anschließend ist er als freier Mitarbeiter für Computer Praxis Frank Wuttke im Einsatz. Er nimmt die Doppelbelastung mit Humor: „Das führt eben zu etwas obskuren Arbeitszeiten.“ Zu deutsch: Es wird oft später Abend, bis der Rechner abgeschaltet werden kann.
Sven Johann, am 3. September 1977 in Solingen geboren, kümmert sich meist um die Daten-Migration bei der Auswechslung einer Software. Vor allem ist er damit beschäftigt, bisherige Nutzer von Unix oder „uralten Apertum-Versionen“ (O-Ton Johann) bei der Umstellung auf eine aktuellere Software – vor allem eEvolution – zu unterstützen: „In der Regel sind es kleinere Projekte, die man mit einer Hand voll Mitarbeitern gut lösen kann. Nichts, was im Einzelfall spektakulär wäre.“
Seine Ausbildung als Fachinformatiker hat er in einem Solinger Unternehmen durchlaufen, das wie Computer Praxis Frank Wuttke ein Apertum-Partner war. Auf dieser Schiene entstanden erste Kontakte nach Hildesheim, die sich noch verstärkten, als sein Kollege Arkadius Thoma sich selbstständig machte und Computer Praxis Frank Wuttke dessen wichtigster Auftraggeber wurde.
Dass er zugleich studiert, hat seinen guten Grund. Als Fachinformatiker erhalte man eine gute Basis, um Programme zu schreiben. Aber man erfahre zu wenig über die Hintergründe, zu wenig über die Grundlagen – eben das, „was über das Praxiswissen hinausgeht“. Sein Studium biete die ideale Verknüpfung von angewandter Informatik und Elektrotechnik, es fördere ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge von Datenstrukturen.
Schon als Jugendlicher habe ihn der Computer weniger als Spielgerät denn als Werkzeug interessiert, erzählt Sven Johann. In der Oberstufe belegte er das Fach Informatik, „da habe ich meine ersten kleinen Progrämmchen geschrieben.“ Heute üben Computerspiele einen noch geringeren Reiz aus als in der Schulzeit. „Ich suche mir den Ausgleich lieber woanders.“
Der Mann ist nämlich Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr: „Das ist etwas komplett anderes als die Arbeit am Computer, aber nicht weniger anspruchsvoll.“ Pro Jahr muss er im Schnitt zu 30 Einsätzen ausrücken, „das schwankt sehr“. Eine wichtige Rolle spielt auch die Wartung der Fahrzeuge, deren Technik ständig kontrolliert werden muss. „Das ist etwas Handfestes, wo man auch mal richtig anpacken kann“, schwärmt Sven Johann. Brandschutz als perfekter Ausgleich für die Arbeit am Schreibtisch – so kann man das auch sehen.
zurück zur Team-Übersicht
|