„Wie die Jungfrau zum Kinde“
„Ich bin zur IT gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt Andreas Dau von sich. Studiert hat der gebürtige Berliner (*4. Januar 1964) nämlich etwas ganz anderes: Biomedizinische Technik und Feinwerktechnik an der TU in der Hauptstadt. Die Ausbildung hatte zwei Hauptausrichtungen. Die einen tendierten dazu, Ingenieur für medizinische Geräte zu werden; für die anderen, darunter Andreas Dau, war die Herstellung chirurgischer Implantate das Ziel.
Dau machte zwar seinen Abschluss, „doch eigentlich habe ich schon während des Studiums die Branche gewechselt“. Zwei Freunde wollten ein EDV-System-Haus gründen und holten ihn ins Boot, weil er im Rahmen des Studiums schon mehrere Jahre Programmier-Erfahrung gesammelt hatte. Insofern stimmt der Vergleich mit der Jungfrau nicht ganz, oder? „Das Programmieren hat einen immer begleitet“, bestätigt Andreas Dau.
1989 legte die neue Firma los. Dau: „Die Selbstständigkeit war ein Versuch. Ich habe mir ein Jahr dafür Zeit gegeben.“ Der Versuch glückte, die Implantate waren passé. Dem verlorenen Beruf trauert der Quereinsteiger allerdings nicht besonders nach: „Damals waren die Aussichten im Bereich Implantate sowieso nicht eben rosig.“
Sechs Jahre später schied er aus dem Unternehmen aus, um freiberuflich weiterzumachen. Zunächst spezialisierte er sich auf die Beratung für Netzwerklösungen, dann wurde er verstärkt auf dem Software-Sektor aktiv. Workflow-Management-Systeme und Dokumenten-Management standen im Vordergrund.
Im Auftrag von Hartung & Partner und der nGroup ist er heute von Berlin aus für das technische Consulting bei ERP-Lösungen, für Datenübernahmen, Schnittstellen und die Behebung von Anpassungsproblemen zuständig. Als zweites Standbein entwickelt er Konzepte für IT-Sicherheit.
Auffällig ist, dass Andreas Dau seit nun mehr als 40 Jahren immer seiner Heimatstadt treu geblieben ist. „Es ist eine Hassliebe, wo aber der Hass nicht allzu stark ausgeprägt ist. Ich möchte die Stadt nicht gerne verlassen, so trashig wie sie ist“, beschreibt er seine Beziehung zu Berlin. Außerdem sehe er keine Alternativen, fügt er hinzu: „In Deutschland käme höchstens Hamburg noch in Frage.
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