ALL-IP auf dem Vormarsch

Die Umstellung der in die Jahre gekommenen analogen Anschlüsse schreitet stetig fort. So waren es nach Angaben der Bundesnetzagentur 2012 noch ca. 16 Millionen analoge Netzzugänge, 2014 nicht einmal mehr 12 Millionen, dies entspricht einem Rückgang von 25 Prozent innerhalb von zwei Jahren. So ist es also nicht verwunderlich, dass die Betreiber ihre ISDN-Netze abschalten wollen, vor allem die Deutsche Telekom will bis Ende des Jahres 2018 alle analogen und ISDN-Anschlüsse auf IP umstellen. In vielen Großstädten soll die Umstellung schon deutlich früher, und zwar bis Ende 2016, vollzogen sein.

Der Großteil der Unternehmen verdrängt die Tatsache, dass eine Migration auf VoIP in spätestens drei Jahren vollzogen sein muss. Laut der Studie „Business Insights 2015“ von mm customer strategy haben bislang nur vier Prozent der Unternehmen, die noch auf analoge Anschlüsse setzen, mit der Migration begonnen, sieben Prozent befinden sich derzeit in der Konzeptionsphase.

Es steht somit die Annahme im Raum, dass viele Firmen die Umstellung im letzten Moment und somit im gewissen Sinne übereilt durchführen werden – dazu sollten Sie nicht gehören.

Wer bereits jetzt eine Umstellung auf VoIP anstrebt, kann diese in aller Ruhe planen und gründlich vorbereiten. Er kann Angebote einholen, vergleichen und sich bereits Gedanken über seine zukünftige Unternehmenskommunikation machen.

Wer dagegen zu lange wartet, wird wohl auf gestresste und überforderte Kundenberater und Servicetechniker treffen. Man darf sich auf steigende Preise, lange Wartezeiten und mangelnde Service-Qualität einstellen und muss sich letztendlich damit zufrieden geben, was noch verfügbar ist.

Fünf Schritte zur Vorbereitung

  1. Prüfen Sie Ihre Internetverbindung: Genügt die Bandbreite? Auch im Upload? Liegt die Verfügbarkeitsgarantie bei größer 98 %?
  2. Prüfen Sie Ihr Netzwerk: Ist Ihr Netzwerk mit mindestens 100 Mbit/s, besser noch mit Gigabit-Ethernet verbunden? Sind Ihre Switches PoE (Power over Ethernet) fähig? Werden zur Kommunikation vorgesehene Endgeräte per WLAN angebunden?
    Falls ja: Unterstützt das WLAN mindestens den Standard 802.11n-?
  3. Prüfen Sie Ihre Stromversorgung: Sind Router, die TK-Anlage und Switches an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung angeschlossen?
  4. Ist eine Fax-Kommunikation nötig: Benötigen Sie zwingend ein Papierfaxgerät? Oder ist der Umstieg auf einen Fax Webservice denkbar?
  5. Prüfen Sie die Spezialfälle: Nutzen Sie evtl. noch analoge Gegensprechanlagen, Alarmsysteme, Brandanlagen oder Frankiermaschinen?

Vorteile von Voice over IP

Viele Hersteller von Endgeräten und Netzbetreiber unterstützen bereits den Codec G.722. Das sogenannte „HD-Voice“ Verfahren. Hierbei ist es möglich, Frequenzen bis zu 7000 Hz zu übertragen, was eine erhebliche Verbesserung der Klangqualität ermöglicht. Bei Telefonaten in HD-Voice Qualität ist neben einer klareren Stimmübertragung auch eine deutlich verbesserte Übertragung der Stimmlage und Intonation möglich. Das sorgt für eine angenehmere Kommunikation und eine persönliche Note innerhalb eines Gespräches.
Am Ende ist IP-Telefonie ein Datendienst und erlaubt dementsprechend die Einbindung in datenbasierte Umgebungen und eröffnet viele Möglichkeiten für innovative Funktionen. Beispielsweise können Nutzer direkt aus einer E-Mail, einem Dokument oder einer Webseite heraus einen Anruf tätigen. Einen Schritt weiter gehen dabei die UCC-Lösungen (Unified Communication and Collaboration) wie SWYX. Sie decken dabei nicht nur die Basisfunktionen wie Telefonie, E-Mail, Chatfunktion und Videokonferenz ab, sondern stellen den Nutzern neben Präsenzinfomationen der Mitarbeiter auch sogenannte „Follow-Me-Funktionen“ zur Verfügung, die eine Erreichbarkeit erlauben, ganz egal ob man von unterwegs, zu Hause oder im Büro arbeitet.
Im Gegenteil zu Festnetzanschlüssen ist der Nutzer der IP-Telefonie nicht an einen bestimmten Ort oder ein Gebäude gebunden. Das „One-Number-Concept“ sorgt dafür, dass ein Nutzer überall auf der Welt unter seiner Festnetznummer erreichbar ist, solange er mit seinem IP-Telefonie-Account eingeloggt ist und eine Verbindung zum Internet hat. Die Einbindung von abgesetzten Arbeitsplätzen wie beispielsweise Home Office Arbeitsplätze ist bei modernen IP-TK-Anlagen sehr einfach. Auch hier ist lediglich auf die Bandbreite der Internetverbindung zu achten.
Die IP-Telefonie ermöglicht neben der Nutzung von Festnetztelefonen weitere, moderne und durchaus komfortablere Endgeräte. So können PC, Notebook, Tablet und Smartphone nahtlos eingebunden werden und ermöglichen die Nutzung des für den Nutzer jeweilig bevorzugten Endgeräts. Unter Kostenaspekten betrachtet, bedeutet das eine deutliche Kostenreduktion. Unternehmen sparen sich dadurch die Anschaffung teurer Festnetztelefone, deren Verkabelung sowie deren Stromversorgung. Weiterhin entfallen Kosten für Wartung und Instandhaltung der einzelnen Telefone.

Fazit

Unternehmen, die aktuell noch über einen ISDN-Anschluss verfügen, müssen nicht in Panik geraten. Noch ist ausreichend Zeit um eine Umstellung auf Voice over IP zu planen und vorzubereiten.

Bei den bereits genannten Spezialfällen wie analoge Gegensprechanlagen, Alarmsysteme, Brandanlagen oder Frankiermaschinen, sollten sie sich frühzeitig mit Alternativen beschäftigen, da diese Geräte nach einer Migration auf ALL-IP nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktionieren werden. Was die Telefonkommunikation betrifft, ist dies genau der richtige Zeitpunkt um laufende Verträge mit TK-Anlagenherstellern und Providern zu prüfen.